Willkommen im Religions-Philosophischen Salon Berlin

Der Religionsphilosophische Salon ist – seit 2007 – eine Initiative von Christian Modehn in Berlin. Ich arbeite als  Journalist, Philosoph und Theologe.  Kontakt: christian.modehn@berlin.de

Der nächste religionsphilosophische Salon findet am Freitag den 20. Oktober 2017 um 19 Uhr in der Galerie Fantom, Hektorstr.9, statt. Unser Thema angesichts des Reformationsgedenkens am 31. 10.: 

An welchen Gott können wir, sollten wir, heute glauben? Anläßlich des „Thesenanschlags“  wollen wir unsere eigenen, philosophisch begründeten Thesen vorschlagen und debattieren: Wer ist Gott/die Göttin für uns in unserer so genannten „säkularen Welt“? Angesichts des Problems, vom Unendlichen und Ewigen in endlicher Sprache adäquat zu reden, müssen wir doch immer noch auf das Wort „Gott“ zurückgreifen. Wir verstehen dieses Thema als kreative und provozierende Fortführung des reformatorischen Anliegens von Martin Luther. Von dieser mutigen und kritischen Weiter – Entwicklung des reformatorischen Denkens war ja leider in Deutschland im Luthergedenken 2017 recht wenig zu spüren. Deswegen: Herzliche Einladung mit der dringenden Bitte, sich anzumelden, angesichts der begrenzten Plätze in unserem Salon-Gespräch. AN: christian.modehn@berlin.de

Eine interessante Stellungnahme hat Gudrun Modlich am 27.9. 2017 verfasst. Gudrun Modlich hat öfter schon an unseren philosophischen Gesprächen teilgenommen. Ihre „9,5  Thesen“ wurden anläßlich unseres Vorschlags  „Reformationsgedenkens in Neun komma fünf Thesen“ (anstelle der 95 von Luther) veröffentlicht. Sehr schön, dass nun auf diese Weise ein Austausch über die je eigene (Religions-) Philosophie stattfindet. Das ist ja auch der Sinn unseres Salons.

Alle schauen dieser Tage zur Buchmesse in Frankfurt und diesmal besonders auf die französische Literatur: Wir schauen auf die „älteste Tochter der römischen Kirche“, den französischen Katholizismus. Und empfehlen unbescheiden die Lektüre zu einem Thema, das auf der Buchmesse wahrscheinlich gar nicht mehr vorkommt. Warum? Weil die „älteste Tochter der Kirche“ wahrlich sehr gebrechlich geworden ist. Und zugleich belehren wir alle, die in Deutschland immer noch die laicité und den Laizismus in Frankreich verwechseln und dabei das angeblich so wunderbare Miteinander von Kirchen und Staat und Deutschland rühmen (wegen der Kirchensteuer, die es in Frankreich NICHT gibt… Und die französischen Bischöfe finden dies völlig in Ordnung). Lesen Sie also diese Hinweise.

Beim Salongespräch am 15. September 2017 mit dem auch politisch dringenden und drängenden Thema: „Was tun? Über den MUT, diese schwierige Tugend in düsteren politischen Zeiten!“ waren 16 TeilnehmerInnen dabei.

Am Freitag, den 4. August 2017, machten wir wieder einen Sommerausflug in den Norden der Stadt, nach Frohnau, mit einem bewusst kleinen Kreis von 9 TeilnehmerInnen. Wir besuchten und sprachen in Berlin Frohnau mit der Pfarrerin Doris Gräb, mit dem Künstler Rüdiger Moegelin, mit Mönchen im Buddhistischen Haus, dem ersten buddhistischen Haus (und Kloster) in Berlin, wahrscheinlich in Deutschland. Wir besuchten danach einen kleinen Marien-Wallfahrstort und eine, von der Architektur interessante Wohnsiedlung, die sogen. „Invalidensiedlung“. Diese Exkursionen sind ein Versuch, Menschen unterschiedlicher Religionen und Philosophien,  sozusagen auch „laufend“ und wandernd, ins reflektierende Gespräch einzuladen. Als Beitrag für eine philosophische Gesprächs-Kultur in der Stadt.

Der  religionsphilosophische Salon  am Freitag, den 14. Juli 2017, hatte als Thema: Einige Aspekte im Denken Walter Benjamins. Mit 19 TeilnehmerInnen sprachen wir vor allem über die Geschichtsphilosophischen Thesen Benjamins von 1940. ich habe einige Informationen, auch zur Interpretation des manchmal schwierigen Textes, zusammengestellt.

Aktuell und bleibend ist für einige noch die Frage: Kann „man“ sich (vor allem als Katholik) von überlieferten Dogmen lösen? Kann „man“,  heißt die einfache Antwort. Etwa am Beispiel der katastrophalen Erbsündenlehre wird dies von mir gezeigt.

Zum Religionsphilosophischen Salon am Freitag, den 26. Mai 2017, um 19 Uhr, kamen in der GalerieFantom 16 TeilnehmerInnen – trotz oder wegen des gleichzeitigen Kirchentages –  zusammen. Wir diskutierten das beim Kirchentag übersehene Thema im Anschluss an Karl Marx: „Ist Religion Opium? Wann ist sie kein Opium?“ Zur Vertiefung lesen Sie die Hinweise „Wie kann man trotz Marx noch von Gott sprechen?

Am 21. April 2017 diskutierten wir (14 TeilnehmerInnen) über die offensichtlich zunehmende Macht der Lüge in der Politik, der Werbung, im gesellschaftlichen Zusammenhang, im so genannten persönlichen Bereich. Ohne Lügen leben – geht das?, war eine Fragen, die wir diskutierten.  Die „Washington Post“ hat für die ersten 100 Tage seiner Amtsführung dem Mister Trump 130 (!) Lügen nachgewiesen. Die USA werden also von einem Lügner regiert. Politik und Lüge waren schon immer eng verbunden, aber so offensichtlich war der Zusammenhang von Lügner-Präsident und Politik noch nie.

Wenn Sie sich in das Thema unseres Salongesprächs im März 2017 (16 Teilnehmer) vertiefen wollen zum Thema „Glauben und Wissen, getrennt und doch verbunden“, dann klicken Sie hier.

Im Religionsphilosophischen Salon am 24.Februar 2017 sprachen 13 TeilnehmerInnen über die Frage „Inwiefern kann Philosophieren unser Leben orientieren?“ Ein Versuch, die „Lebenshilfe“ durch Philosophieren zu entdecken, inspiriert von den Studien der Philosophen Michel Hadot, Ludwig Wittgenstein und Friedrich Schiller. Zur Lektüre einiger Hinweise, klicken Sie hier.

Eine Übersicht zu unseren vielfältigen philosophischen Themen von März 2017 zurück bis Mai 2014: Klicken Sie hier.

WEITERDENKEN heißt eine Rubrik auf unserer Website, darin bieten wir Interviews („Drei Fragen“) mit dem protestantischen Theologen Prof. Wilhelm Gräb in Berlin. Diesmal zu der auf Weihnachten bezogenen Frage: „Warum ist es gut, Schönes zu pflegen?“ Zur Lektüre klicken Sie bitte hier.

Zu unserem kritischen theologischen Interesse: Wir sind vor allem an einer modernen liberalen Theologe interessiert, also einer solchen, die niemals auf die kritische Prüfung religiöser Aussagen durch die Vernunft verzichtet. Interviews mit Prof. Wilhem Gräb zu Themen aus dem weiten Umfeld einer neuen „liberalen Theologie aus Berlin“ finden Sie in der Rubrik „Weiter denken“ sowie auch im Archiv dieser website.

Wir beziehen uns auf eine Tradition: Ein Salon war im 18. Jahrhundert vor allem in Frankreich ein Ort, in dem eine neue, eine gerechtere „Welt“ besprochen wurde. Ohne diese gedankliche Vorwegnahme einer anderen Lebensmöglichkeit hätte es keine politischen und religiösen Veränderungen gegeben. In dieser Tradition weiterzudenken ist für uns wichtig. Nebenbei: Über die Bedeutung der SALONS – vor 300 Jahren „gegründet“ – hat kürzlich Dorothee Nolte vom Tagesspiegel einen recht interessanten, allgemeinen Beitrag geschrieben, zur Lektüre dieses Beitrags vom 22. 11. 2015 im Tagesspiegel klicken Sie bitte hier.

Wir leben immer schon kritisch – nachdenkend, philosophierend. Insofern gilt: Jeder und jede ist „immer schon“ PhilosophIN. Wir wollen, um weiterzudenken und besser zu leben, die „Anstrengung des Begriffs“ (Hegel) nicht scheuen. Wir vermuten, dass sich im Denken und reflektierten Fühlen „immer schon“ Spuren des Göttlichen, Transzendenten, „Umgreifenden“ zeigen. Diesen Spuren kritisch nachzugehen ist unsere Aufgabe, immer im Zusammenhang auch mit der Kritik an den Religionen als Institutionen.

Wir sind, seit der Gründung im Frühjahr 2007, eine kulturelle, speziell philosophische Basisinitiative, ohne jegliche finanzielle Unterstützung von irgendeiner Seite. Wir sind unabhängig.

Das Thema Religion und Religionen, auch philosophisch-kritisch zu bearbeiten, ist heute von größter (auch politischer) Aktualität. Um so mehr wissen es viele Menschen zu schätzen, dass es unsere Initiative gibt, in der Offenheit und Respekt vor dem Suchen, Fragen und Projekten eines jeden selbstverständlich sind. Die großen christlichen Konfessionen bieten vielfach auch heute nur Dogmen und Lehren an, die man übernehmen muss. Ein religionsphilosophischer Salon respektiert das dauernde Suchen nach dem eigenen Weg. Falsche Sicherheiten werden nicht vorgegaukelt. Es sollte möglich sein, Religionsphilosophie als „meine persönliche Religionsphilosophie“ zu leben, zumal angesichts der Krisen und Ermüdungserscheinungen der alten Konfessionen.

Insofern ist der Religionsphilosophische Salon ein Ort des gemeinsamen Fragens und Suchens. Das heißt nicht, dass es nicht auch philosophische Evidenzen gibt, also gültige Einsichten der allgemeinen, also allen gemeinsamen Vernunft.

Gründer und Initiator des „Religionsphilosophischen Salon Berlin“ ist Christian Modehn. 1948 in Berlin-Friedrichshagen geboren, habe ich nach dem Abitur in West-Berlin Theologie (Staatsexamen über Heidegger) und Philosophie (M.A. über Hegel) studiert: In Berlin (F.U.), St. Augustin, Bonn und München. Ich arbeite seit vielen Jahren, immer als freier Journalist über die Themen Religionen, Kirchen und Philosophien, für Fernseh- und Radiosender der ARD, sowie für die Zeitschrift PUBLIK – FORUM. Zu einigen meiner Hörfunksendungen und Fernsehdokumentationen klicken Sie bitte hier.

Philosophieren ist nicht auf den europäischen Raum begrenzt. Philosophie muss heute interkulturelle Philosophie werden. Wir laden ausdrücklich junge PhilosophInnen ein, sich an unseren Debatten zu beteiligen. Unser Interesse gilt vor allem den Entwicklungen in Lateinamerika, auch der Befreiungstheologie und Befreiungsphilosophie.