Die „goldene Regel“. Impulse zur Meditation

13. Mrz 2010 | von | Themenbereich: Denken und Glauben

Wie hilfreich im Alltag ist die “goldene Regel“ ?

„Was du nicht willst, dass man es dir (an)tut, das füg auch keinem anderen zu“.
Konfuzius:
„Was du selbst nicht wünschst, das tu auch nicht anderen Menschen an“.

Kant:
„Handle so, dass du die Menschheit, sowohl in deiner Person als auch in der Person eines jeden anderen jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst“. (Grundlegung der Metaphysik der Sitten)

Der englische Arzt Thomas Sydenham:
„Niemand ist anders von mir behandelt worden, als ich behandelt sein möchte, wenn ich dieselbe Krankheit bekäme“.

Die goldene Regel ist ein Prinzip eines gemeinsamen Menschheitsethos.

Was hilft die goldene Regel für die Gestaltung der Bioethik, der Sexualethik, der Wirtschafts- und Staatsethik?

Warum halten sich offenbar so wenige Menschen an die „Goldene Regel“? Denn dann sehe die Welt wohl besser aus. Welche praktische Kraft hat eine Ethik der Freiheit? Haben wir dazu eine Alternative?

Hans Küng nennt vier weitere ethische Imperative, die sich nicht nur in der Bibel (Zehn Gebote) und im Koran, sondern auch in Texten des Yoga, im Buddhismus und in chinesischen Traditionen finden:
-Nicht morden
-Nicht stehlen
-Nicht lügen
-Nicht die Sexualität missbrauchen
„Dieses Urethos liegt an der Basis eines Weltethos“ (H. Küng)

Auf dieser Basis werden auch politische und soziale Verhältnisse erreicht:
– Verantwortung für eine Kultur der Gewaltlosigkeit und der Ehrfurcht vor allem Leben: Beachte: Nicht töten
– Verantwortung für eine Kultur der Solidarität und einer gerechten Wirtschaftsordnung: Beachte: Nicht stehlen
– Verantwortung für eine Kultur der Toleranz und der Wahrhaftigkeit: Beachte: Nicht lügen
– Verantwortung für eine Kultur der Gleichberechtigung und der Partnerschaft von Männern und Frauen: beachte: Die Sexualität nicht missbrauchen.
„Gut ist für den Menschen, was ihm hilft, wahrhaft Mensch zu sein“ H. Küng).

www.weltethos.org

Zwei Zitate aua der buddhistischen Tradition:

Wie ich bin, so sind auch diese;
Wie diese sind, so bin auch ich.
Wenn so dem anderen er sich gleichsetzt,
Mag er nicht töten oder töten lassen“
(Sutta Nipata, Nalaka)

„Auf mich selbst achtend, achte ich auf den anderen,
Auf den anderen achtend, achte ich auf mich selbst:“
(Satipatthana Amyutta. Nr. 19)

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