Artikel mit Stichwort ‘ Philosophische Salons in Berlin ’



Salons, auch philosophische, in Berlin. Ein Beitrag des Stadtmagazins TIP

18. November 2017 | Von | Kategorie: Denkbar, Neue Lebensformen, Themen bisheriger Salon-Gespräche

In der neuen Ausgabe des TIP vom 16.11.2017 hat die Redakteurin Eva Apraku einen interessanten Beitrag veröffentlicht über die Vielfalt kultureller Salons in Berlin heute. Man möchte nach der Lektüre meinen, wir gehen einer neuen Ära der Salons entgegen (und befürchten fast ein bisschen, dass nun fast alle Veranstaltungen, abgesehen von Opern-Aufführungen etc., sich allmählich Salon nennen…) Aber Salons als Veranstaltungen anspruchsvoller Gespräche in eher kleinem, oft privaten Kreis in angenehmer Atmosphäre (mit gelegentlichem gemeinsamen Essen) haben durchaus eine Chance und eine Zukunft. Sie können zu Orten werden, wo unterschiedliche Menschen unterschiedlicher Kulturen und Ideologien regelmäßig zusammenkommen. Und zwar außerhalb der so genannten Event-Kultur, die die TeilnehmerInnen fast immer zu passiv und stumm dasitzenden und zuhörenden Subjekten macht. Dies gilt auch sehr oft für die Veranstaltungen der Akademien, wo nach langen Vorträgen ein paar Minuten für Fragen aus dem Publikum erlaubt werden. Ich halte diese im übrigen hoch finanzierte (von Kirchen, Parteien etc.) Akademie Kultur für weithin überholt. Die kläglichen Ergebnisse trotz superteurer Werbung etc. sprechen für sich. Also, mein Vorschlag ist: Lieber 12 verschiedene Salons in den Galerien, Lofts, Restaurants etc. in verschiedenen Stadtvierteln als eine einzige klotzige und teure Akademie im Zentrum.

Salons sind jedenfalls eine Alternative. Der Beitrag im TIP erwähnt auch den Religionsphilosophischen Salon Berlin, der seit 10 Jahren, fast immer einmal im Monat, philosophische Gespräche in kleinem Kreis (bis zu 20 TeilnehmerInnen) organisiert in Galerien, zur Zeit in der Galerie Fantom, Hektorstr. 9 in Wilmersdorf. Wer sich mit dem Beitrag im TIP vertraut machen will und danach das Heft selbst lesen  will:

www.facebook.com/tip.Berlin/photos/a.10150911000384648.451990.59810144647/10155816965834648/?type=3&theater

Christian Modehn



„Bei Verstand bleiben“: Philosophie als Lebenshilfe in Zeiten politischer Verwirrung.Ein Salonabend

23. Januar 2017 | Von | Kategorie: Alternativen für eine humane Zukunft, Termine

„Bei Verstand bleiben“: Philosophie als Lebenshilfe in Zeiten politischer Verwirrung

Ein Salonabend am Freitag, den 24. Februar 2017, um 19 Uhr.

Der Religionsphilosophische Salon Berlin ist ein Ort, in dem wir im selbstkritischen Nachdenken z.B. die Strukturen menschenwürdigen Lebens in der Gesellschaft reflektieren. In einer Zeit, die viele als tiefe Erschütterung und Verwirrung erleben, fragen wir: Kann Philosophie (noch) helfen? Und wenn ja, wie kann das (im Miteinander) gelingen? Bietet die Vernunft genug Widerstandsreserven gegen den vielen Unsinn, der heute nicht nur behauptet, sondern z.B. als Fremdenfeindlichkeit sich politisch leider durchsetzt? Können wir persönlich und politisch weiter kommen, wenn wir nicht ständig unsere Begriffe, unsere Denkkategorien, kritisch reflektieren? Ist in der Hinsicht nicht Philosophieren auch Lebenshilfe? Damit greifen wir die guten Traditionen der alten griechischen Philosophie wieder auf. Sie inspirieren! Aber wir müssen uns der heutigen drängenden Fragen stellen: Gibt es allgemeine und verbindliche philosophische Wahrheiten? Und warum ist die Anerkennung dieser verbindlichen Wahrheiten (man denke an den Kategorischen Imperativ) auch eine „Lebenshilfe“? 

Welchen Sinn hat die postmoderne Überzeugung, „alles ist Konstruktion“? Warum sind wir auf eine allgemein geteilte Anerkennung von Fakten angewiesen? Warum dürfen wir die Wahrheitsfrage (etwa bezogen auf Fakten) nicht der politischen Willkür der neuen populistischen Herrscher überlassen?

Wir treffen in der Kunstgalerie Fantom, Hektorstr 9 in Wilmersdorf.

Herzliche Einladung, weitere Hinweise zum Abend folgen. Anmeldung wie üblich an: christian.modehn@berlin.de 

Eine der besten Einführungen in die antike „Philosophie als Lebensform“ hat der französische Philosoph Pierre Hadot verfasst. Auf Deutsch gibt es unverständlicherweise keine Bücher mehr von ihm, ein Skandal. Ich habe 2009 eine immer noch lesenswerte Einführung in das aktuelle Denken Hadots geschrieben, zur Lektüre klicken Sie hier.



Warum sind philosophische Salons wichtig und hilfreich?

24. Februar 2016 | Von | Kategorie: Warum Salon-Gespräche wichtig sind?

Wir haben vor kurzem eine neue Rubrik eröffnet:

Warum Salongespräche wichtig sind?

Eine Frage, die wir nicht nur aus theoretischer, historischer und philosophischer Sicht bedenken wollen.

Vielmehr haben unsere eigenen Erfahrungen nach 9 Jahren „Salon-Praxis“ mit monatlichen Gesprächs-Runden gezeigt: Es gibt ein großes Interesse der Menschen in einer oft anonym erlebten Metropole, in kleinen Gruppen mit einander ins Gespräch zu kommen und dabei bewusst die Verschiedenheit, gerade auch im Blick auf unterschiedliche persönliche Lebensphilosophien, Spiritualitäten, Religionen usw. als Chance wahrzunehmen: Als Chance wofür? Selber geistig nicht stehen zu bleiben. Weiter zu sehen, weiter zu denken, bisherige (unbewusste) Dogmen in Frage zu stellen usw. Also wieder lebendig zu werden.Und vielleicht bzw. hoffentlich neue Menschen kennenzulernen, denen man sonst nie begegnen würde. Warum nicht auch Freundschaften zu

An diesem Projekt „Warum sind Salons wichtig“ könnten eigentlich auch ein bisschen die Veranstalter von Akademien interessiert sein und sich etwa fragen: Wen interessieren denn noch wirklich Vorträge von einer Stunde? Kann man das nicht alles selbst lesen, hören, sehen usw… Um dann ins Gespräch zu treten? Sind Akademien, selbstverständlich auch Kirchliche Akademien, nicht heute immer noch Orte der Gesprächsunterdrückung? Wer will schon in einem Saal mit 100 Teilnehmern von seinem Platz aus auf ein Podium hin seine Frage rufen? Wie schnell werden unbequeme Fragesteller abgeblockt von einer besserwisserischen Moderation? Ist der Frontalvortrag, immer noch ständig praktiziert auch in der Erwachsenenbildung, nicht Ausdruck eines aggressiven Frontal-Wissens-Vermittelns autoritätrer Art?

Salons als überschaubare und vor allem freundschaftliche Zusammenkünfte des Respekts wünschen sich die Menschen heute; Orte, wo sie ernst genommen werden und sich aussprechen können. Dabei sind Salons eigentlich so einfach zu organisieren, da braucht man keine Millionenetats der kirchlichen Akademien usw…

Unser Religionsphilosophische Salon (gegründet 2007) steht immer noch am Anfang: Uns bewegt die Frage: Wie können wir in einer multikulturellen Stadt so einladend sein, dass etwa auch Flüchtlinge sich zu Wort melden, Menschen anderer kultureller Herunft, Lateinamerikaner, Afrikaner usw.

Wie kann sich Philosophie bemerkbar machen in Kunst-Interpretationen, stadtkritischen Spaziergängen, Erkundungen des Religiösen usw.

Heinz Ohff, der bekannte und hoch geschätzte Feuilletonchef des Tagesspiegel, vor 10 Jahren gestorben, hat auf seine kluge Art genau gesagt, was in Berlin und in der ausufernden Kultur-Szene wichtig ist: „Das Wichtigste der Kultur, Grundvoraussetzung und vielleicht Sinn von Kultur überhaupt, hat gelitten, nämlich die Humanität. Berlin täte gut daran, statt Kultur auf goldenen und silbernen Platten vor sich her zu tragen, die ureigene Kultur der Mitmenschlichkeit, Gutmütigkeit und, last not least, Lebensfreude wiederzuentdecken“. (zit. aus Tagesspiegel 24.2. 2016, in einem Beitrag von Bernhard Schulz).

copyright: Christian Modehn



Salonabend: Vom Nutzen und Nachteil der Philosophie für das Leben

12. Januar 2014 | Von | Kategorie: Termine

Salonabend: Vom Nutzen und Nachteil der Philosophie für das Leben. Am DONNERSTAG, 16. Januar 2014
Wegen zahlreicher Anmeldungen ist der Salon leider ausgebucht.

Einige Hinweise zum Thema „Philosophie der Philosophie“ finden Sie hier.

In Abwandlung eines berühmten Nietzsche Zitates wollen wir unsere Salonabende im Jahr 2014 starten mit dem Thema: „Vom Nutzen und Nachteil der Philosophie für das Leben“. Wir wollen ein Stück Bilanz dabei auch ziehen, schließlich sind es jetzt 7 Jahre her, dass wir mit diesen freundschaftlichen und kritischen, mehr Fragen provozierenden als Antworten bietenden Salon – Gesprächen begonnen haben, mit etwa 70 Veranstaltungen. Dabei wollen wir auch gemeinsam überlegen, wie unsere Gesprächskreise noch intensiver und anregender werden. Im Unterschied zu „großen Kulturveranstaltungen“ ist unser Salon keine aufs bloße geistge Konsumieren orientierte Initiative. Jeder und jede soll sich einbringen, vielleicht mit dem Ziel, weiterer auch persönlicher Kontakte. Auch das ist „alte Salontradition“.

Also: Es geht um die Fragen: Hat Philosophieren etwas mit meinem Leben zu tun? Mit der Gesellschaft? Mit dem Elend dieser Welt? Nützt mir Philosophie etwas? Ist die Nützlichkeitsfrage bezogen auf die Philosophie angemessen? Verwirrt Philosophie, sind Fragen, sind Zweifel hilfreich? Wird Philosophie nicht längst abgelöst durch Psychotherapie oder Neurowissenschaften? Usw…

Am Donnerstag, den 16. Januar diesmal an einem Donnerstag, wegen Terminproblemen in der Galerie Fantom, wollen wir ab 19 Uhr diskutieren: Als Eröfnung ein Dialog zwischen Michael Braun (praktischer Philosoph, Berlin) und Christian Modehn (journalistischer Philosoph), der Dialog soll sich dann vernünftig streitend und kritisch denkend fortsetzen mit allen TeilnehmerInnen. Persönliche Statements erwünscht.

Es verspricht ein interessanter Abend zu werden.
HERZLICHE EINLADUNG. Mit der Bitte um Anmeldung an: christian.modehn@berlin.de

Der Ort: Galerie Fantom, Hektorstr. 9, Berlin, nahe Kurfürsten Damm. Eintritt (für die FRaummiete) 5 Euro. Studenten usw. gratis.



Willkommen im Religions-Philosophischen Salon Berlin

11. Oktober 2010 | Von | Kategorie:

Der Religionsphilosophische Salon ist – seit 2007 – eine Initiative von Christian Modehn in Berlin. Ich arbeite als  Journalist, Philosoph und Theologe.  Kontakt: christian.modehn@berlin.de

Was ist ein Salon? Ein philosophischer Salon? Über „die Definition“ kann man verschiedener Meinung sein. Es ist eine positive Entwicklung, wenn in unserer Kultur Alternativen geboten werden zu Akademie-Veranstaltungen mit 5 Referaten von gut honorierten Professoren an einem Tag. Die (wieder-) vorgelesenen Texte sollte besser jeder allein oder in kleiner Gruppe lesen. Die Kirchen zum Beispiel haben dies nicht erkannt: Wichtiger als  große repräsentative und allmählich im Unterhalt viel zu teure Akademien wären etwa in einer Stadt wie Berlin 20 kleine Salons: Zwei, drei Räume, wie eine Galerie, vielleicht eine kleine Bibliothek, eine Teestube, und ein gemütlicher Raum zum Debattieren. Eine Art philosophischer und spiritueller Treffpunkt…

Einig ist man sich, dass sich heute sehr vieles und sehr Unterschiedliches „Salon“ nennt. Das ist ja auch gut so. Nur: Etliche Initiativen sind tatsächlich nur Varianten von Akademieveranstaltungen mit „berühmten“ Referenten. Die Teilnehmer, oft dann mehr als 40, hören (fast nur) zu, stellen zum Schluss des Referates ein paar Fragen. Dies ist keine Salonatmosphäre, in der möglichst alle zu Wort kommen.

Ich meine: Ein philosophischer Salon ist die freundschaftliche Versammlung von bis zu 20 Menschen in einem angenehm gestalteten Raum, etwa einer Galerie, warum nicht auch in einer großen Wohnung. Aber es gibt keine langatmigen Referate, nur selten kommen „berühmte“ Referenten. Diese aber sprechen dann nicht länger als eine halbe Stunde. Ein Salon: Das ein kontroverser Meinungsaustausch in überschaubarer, freundlicher Atmosphäre.

Ich gestalte seit 2007 ohne jegliche finanzielle Unterstützung „ehrenamtlich“ monatlich einen religions-philosophischen Salon. Es werden selbstverständlich keine Gebühren verlangt, nur die Raummiete sollte durch Spenden garantiert sein, das sind nicht mehr als 50 Euro.

Salons sind nie etwas „Offizielles“, sie sind trotzig anders, demokratisch, ohne Hierarchien; Orte, wo auch viele störende Fragen, auch zu den Religionen und Philosophien gestellt werden können und sollten.

Der nächste religionsphilosophische Salon findet am Freitag, den 28.  September  2018, um 19 Uhr in der Galerie Fantom, Hektorstr. 9, statt. Unser Thema: Der Glaube an den “einen” Gott und die Gewalt.

Den „Friedenspreis des deutschen Buchhandels“ erhalten in diesem Jahr 2018 in Frankfurt/M. die beiden Wissenschaftler Aleida und Jan Assmann. Aleida Assmann arbeitet als Literaturwissenschaftlerin, Jan Assmann noch berühmter, wenn man so sagen darf, hat als Ägyptologe einen international hochgeschätzten Ruf: Er hat sich als universal gebildeter Religionsforscher in vielen Veröffentlichungen mit der „Gewalt im Monotheismus“ auseinandergesetzt und dadurch auch viele Kontroversen ausgelöst. Wir wollen uns in diesem Salon – Gespräch dem zentralen Thema von Assmann kritisch nähern und uns fragen, wie in einem auch persönlich strukturierten Salongespräch üblich: Wo und wann haben wir Gewalt des Monotheismus erlebt? Und: Wann sind atheistische Ideologien als säkulare Mono-„theismen“ gewalttätig (gewesen)? So wird die Frage nach der Möglichkeit “absoluter Wahrheiten” aufgeworfen. Ist dann “alles” relativ? Und vor allem: Wie lässt sich durch uns (!) eine Welt nicht nur der elementaren, aber oberflächlichen Toleranz, sondern des gewaltfreien Respekts aufbauen?

Bei Interesse: Bitte um Anmeldung: christian.modehn@berlin.de

An unserem Salon – Gespräch am 24.8. 2018 beteiligten sich 14 Personen. Unser Thema:  „Die Weisheit der Bibel: Das Buch Kohelet“. Eine Debatte über religiöse, biblische „Sophia“. Einige Hinweise zum Thema finden Sie hier.

Unser Ausflug am Freitag, den 10. August 2018, bei sehr angenehmem Wetter, führte uns nach Erker: Gespräche und Besichtigungen im Gerhart Hauptmann Museum; auch die spirituellen Interessen Hauptmanns und seine Kirchenkritik kamen zur Sprache. Dann Spaziergang nach Woltersdorfer Schleuse (einst eine berühmte Filmstadt) und dann weiter nach Friedrichshagen in das Museum des „Friedrichshagener Dichterkreises“ innerhalb des Antiquariats von Katrin Brandel (Schwarnweberstr. 59). Für viele TeilnehmeInnen war es überraschend, wie unterschiedliche Autoren und Dichter innerhalb der wenigen Jahre ihres Miteinanders doch die politischen und kulturellen Debatten rund um Berlin mit –  bestimmen konnten. Es ist zudem erstaunlich zu sehen, mit welcher Energie ein kleiner Studienkreis heute viele Details der „Friedrichshagener Dichter“ ausleuchtet und publiziert! Am (nun schon sechsten) Sommer-Ausflug unseres philosophischen Salons beteiligten sich 8 Personen. Diese Ausflüge sind Versuche, etwas mehr den Zusammenhalt, wenn nicht gar das freundschaftliche Miteinander unter den TeilnehmerInnen unserer Gespräche im Salon zu fördern.  Denn ein philosophischer Salon ist kein Ort für den üblich gewordenen Konsum von Kultur.

 Im Salon am 20. JULI 2018 beteiligten sich 13 TeilnehmerInnen: Wir ließen uns von einigen zentralen Erkenntnissen des Philosophen Jürgen Habermas inspirieren, etwa von seinem Plädoyer für ein Miteinander von Glaubenden und Nichtglaubenden in der säkularen Gesellschaft und seinen Hinweisen für die Voraussetzungen der Kommunikationszusammenhänge. Vielleicht ist es für viele höchste Zeit, das Denken von Habermas kennenzulernen…  Und dies angesichts des aktuellen Zerfalls der Demokratien, befördert auch durch gewählte Politiker, wie Mister Trump in den USA, um von den nicht mehr demokratischen Herrschern und Politikern in Ungarn, Polen, Österreich usw. gar nicht zu sprechen…und bald auch in Deutschland, wenn sich die so genannten „Christlichen“ Politiker weiterhin der AFD Ideologie annähern und diese übernehmen, einzig mit dem verrückten Ziel, dadurch als „C“ Politiker den Job zu behalten und erfolgreich zu sein…

In unserem Salon am 22.6. 2018 diskutierten 20 TeilnehmerInnen über den „alltäglichen Rassismus“. Einige Hinweise können Sie hier lesen.

Am Freitag, den 11. Mai 2018, hatten wir einen besonderen Salonabend: Acht junge Niederländer, Mitglieder der  protestantischen Kirche der Remonstranten, waren bei uns. Insgesamt 22 TeilnehmerInnen diskutierten, welche Möglichkeiten es gibt, EUROPA für uns selbst neu zu beleben angesichts des aggressiven Nationalismus. Vor allem: Kann Religion, Spiritualität, dabei hilfreich und kritisch sein?  Siehe dazu einen Beitrag: Kirchen werden zu Friedenskirchen.

Der  religionsphilosophische Salon am Freitag, den 23. März 2018  um 19 Uhr in der Galerie Fantom, Hektorstr. 9,  hatte das Thema: „Was gibt mir /uns Halt im Leben ?“ Hier finden Sie Hinweise zum Thema. 17 TeilnehmerInnen beteiligten sich am Gespräch.

Der religionsphilosophische Salon am Freitag, den 23. Februar 2018, hatte das Thema: „Gibt es Fortschritt in meinem Leben und in der Welt/Gesellschaft?“, an dem Gespräch beteiligten sich 18 Personen: Einige Hinweise zur Diskussion

Der Salon am Freitag, den 26. Januar 2018 war mit 21 Teilnehmern gut besucht. Für eine kontroverse Diskussion sorgte vor allem der Philosoph Wolfgang Ullrich, Leipzig; wir sprachen mit ihm über sein neuestes Buch „Wahre Meisterwerte“ (Wagenbach Verlag). Hinweise zu dem wichtigen Buch folgen.

Zu unserem Salon – Gespräch am 15. Dezember 2017 kamen 15 TeilnehmerInnen zusammen. Wir sprachen über: „Meine Philosophie der Sehnsucht“. Ein ungewöhnliches philosophisches Thema, aber vielleicht passend für die  Weihnachts/Advents-Zeit. Zur Vertiefung und Kritik bitte hier weiter lesen.

Am religionsphilosophischen Salon am Freitag, den 24. November 2017, beteiligten sich 19 Personen. Das Thema interessiert also durchaus: „Alles nichtig, alles eitel“: Das Vanitas Motiv in Kunst und Philosophie. Auch mit einem Beitrag zur Vanitas – Kunst von Gerd Otto.  Interessant ist sicher eine Übersicht unserer Themen im Religionsphilosophischen Salon bis Mai 2014.

Für alle, die mit den unterschiedlichen Traditionen der Theologie nicht so vertraut sind: Wenn hier von „liberaler Theologie“ oft die Rede ist, dann hat dieser Begriff nichts mit der FDP, schon gar nichts mit der FPÖ oder dem „Neoliberalismus“ zu tun…

Wir empfehlen sehr zur Lektüre und Diskussion das neue Interview mit Prof. Wilhelm Gräb, in dem er die wesentlichen Impulse der liberalen Theologie aufzeigt, einer theologischen Denk – und Lebenshaltung, der nicht die Dogmen, sondern die vielfältige religiöse Erfahrung der einzelnen wichtig und fördernswert sind. Lesen Sie den Beitrag von Wilhelm Gräb.

Die Buchmesse in Frankfurt am Main 2017 ist vorbei, das Interesse an Frankreich bleibt für uns selbstverständlich. Auch das Interesse an den Religionen in Frankreich. Lesen Sie also diese Hinweise.

Wir beziehen uns mit unserer philosophischen Initiative auf eine Tradition: Ein Salon war im 18. Jahrhundert vor allem in Frankreich ein Ort, in dem eine neue, eine gerechtere „Welt“ besprochen wurde. Ohne diese gedankliche Vorwegnahme einer anderen Lebensmöglichkeit hätte es keine politischen und religiösen Veränderungen gegeben. In dieser Tradition weiterzudenken ist für uns wichtig.

Die „philosophische Gemeinschaft“ als Suche nach der Wahrheit und dem ethisch guten Leben ist sicher von  Sokrates vorbildlich gelebt worden: Die ursprünglichen Lebensformen waren damals zerbrochen, Sokrates „suchte in der Gemeinschaft der Philosophierenden aus dem Logos das lebenswerte Leben zu gewinnen“, wie Helmut Kuhn in seinem Sokrates – Buch schreibt. Eine Erinnerung, fern, in dieser Form schon gar nicht nachzuahmen. Es bleibt aber für uns die zentrale Aufgabe philosophischer Gesprächskreise damals wie heute: „Die Sorge um die Seele findet (für Sokrates) in der Gemeinschaft der miteinander Sprechenden statt. Erst in einer bestimmten Art von Gespräch lernen die Menschen ihre Seele als das Prinzip der freien Lebensgestaltung kennen“, schreibt der Philosoph Michael Hampe in seinem sehr empfehlenswerten Buch „Die Lehren der Philosophie“, 2014, Seite 93). Die Prüfung der Seele ist die Frage nach dem, was Menschen letztlich leben lässt. Diese Frage, gemeinsam erörtert, stört den „Kulturbetrieb“ und die Routine der Religionen und Kirchen. Auf die wichtigen Beiträge Pierre Hadots zu den philosophischen Schulen in Griechenland und Rom habe ich auf dieser website hingewiesen, ebenso interessant ist die Frage, in wieweit die Kirchen als philosophische Schulen verstanden werden sollten. Über die Gastfreundschaft, die der Apostel Paulus bei einem so genannten heidnischen Philosophen, bei Tyrannus von Ephesus, Jahre lange fand, weil Paulus aus der Synagoge vertrieben wurde, siehe meinen Beitrag. Über die Bedeutung der SALONS – vor 300 Jahren „gegründet“ – hat kürzlich Dorothee Nolte vom Tagesspiegel einen recht interessanten, allgemeinen Beitrag geschrieben, zur Lektüre dieses Beitrags vom 22. 11. 2015 im Tagesspiegel klicken Sie hier.

Wir leben immer schon kritisch – nachdenkend, philosophierend. Insofern gilt: Jeder und jede ist „immer schon“ PhilosophIN. Wir wollen, um weiterzudenken und besser zu leben, die „Anstrengung des Begriffs“ (Hegel) nicht scheuen. Wir vermuten, dass sich im Denken und reflektierten Fühlen „immer schon“ Spuren des Göttlichen, Transzendenten, „Umgreifenden“ zeigen. Diesen Spuren kritisch nachzugehen ist unsere Aufgabe, immer im Zusammenhang auch mit der Kritik an den Religionen als Institutionen. Wenn wir selbstverständlich für die Geltung der Vernunft plädieren, dann ist immer die sich selbst reflektierende Vernunft gemeint, also die „auf vernünftige Weise lebendige Vernunft“. „Die Vernunft muss ein vernünftiges Verhältnis zu sich selbst herstellen“, wie der Philosoph Robert Pfaller schreibt.m

Wir sind, seit der Gründung im Frühjahr 2007, eine kulturelle, speziell philosophische Basisinitiative, ohne jegliche finanzielle Unterstützung von irgendeiner Seite. Wir sind unabhängig.

Das Thema Religion und Religionen, auch philosophisch-kritisch zu bearbeiten, ist heute von größter (auch politischer) Aktualität. Um so mehr wissen es viele Menschen zu schätzen, dass es unsere Initiative gibt, in der Offenheit und Respekt vor dem Suchen, Fragen und Projekten eines jeden selbstverständlich sind. Die großen christlichen Konfessionen bieten vielfach auch heute nur Dogmen und Lehren an, die man übernehmen muss. Ein religionsphilosophischer Salon respektiert das dauernde Suchen nach dem eigenen Weg. Falsche Sicherheiten werden nicht vorgegaukelt. Es sollte möglich sein, Religionsphilosophie als „meine persönliche Religionsphilosophie“ zu leben, zumal angesichts der Krisen und Ermüdungserscheinungen der alten Konfessionen.

Insofern ist der Religionsphilosophische Salon ein Ort des gemeinsamen Fragens und Suchens. Das heißt nicht, dass es nicht auch philosophische Evidenzen gibt, also gültige Einsichten der allgemeinen, also allen gemeinsamen Vernunft.

Gründer und Initiator des „Religionsphilosophischen Salon Berlin“ ist Christian Modehn. 1948 in Berlin-Friedrichshagen geboren, habe ich nach dem Abitur in West-Berlin Theologie (Staatsexamen über Heidegger) und Philosophie (M.A. über Hegel) studiert: In Berlin (F.U.), St. Augustin, Bonn und München. Ich arbeite seit vielen Jahren, immer als freier Journalist über die Themen Religionen, Kirchen und Philosophien, für Fernseh- und Radiosender der ARD, sowie für die Zeitschrift PUBLIK – FORUM. Zu einigen meiner Hörfunksendungen und Fernsehdokumentationen klicken Sie bitte hier.

Philosophieren ist nicht auf den europäischen Raum begrenzt. Philosophie muss heute interkulturelle Philosophie werden. Wir laden ausdrücklich junge PhilosophInnen ein, sich an unseren Debatten zu beteiligen. Unser Interesse gilt vor allem den Entwicklungen in Lateinamerika, auch der Befreiungstheologie und Befreiungsphilosophie.